In vielen Sitzungen und manchen Orgelinformationsfahrten in die nähere und weitere Umgebung (die allen Pfarrangehörigen offen standen) haben sich die Mitglieder der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates zum Thema „Pfeifenorgel“ auseinandergesetzt. Ein Gutachten des Orgelsachverständigen der Diözese hat ergeben, dass die Weise-Orgel aus dem Jahr 1956 mit 44 Registern es nicht mehr wert ist, hergerichtet zu werden. Zu umfangreich wären die Reparaturen, zu ungewiss die weitere Lebensdauer, zu schlecht das damals verwendete Material, zu störanfällig die damalige Technik. Ein Neubau ist also unumgänglich, aber auch mit sehr hohen Kosten verbunden. Das II. Vatikanische Konzil gibt dazu vor:

„Der Schatz der Kirchenmusik möge mit größter Sorge bewahrt und gepflegt werden. ... Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.“ (II. Vat. Konzil, Liturgiekonstitution, 6, 114; 120)

So gilt also für die Orgel wie für alle künstlerische Gestaltung der Kirche und des liturgischen Gerätes: Es reicht nicht, dass es „zweckmäßig“ ist. Wären wir nur darauf bedacht, könnten wir unsere Gottesdienste in einer Fabrikhalle oder einem Supermarktgebäude abhalten. Das will sicher niemand ernsthaft in Erwägung ziehen. Zur Ehre Gottes und zur „Erbauung“ der Gläubigen nahmen die Pfarrangehörigen viel Geld in die Hand, um eine künstlerisch ausgestaltete Kirche zu erbauen, mit wunderbarem Stuck an der Decke und hervorragend künstlerisch gestalteten Fenstern...
Ebenso ist es mit der Orgel: Ein Keyboard mit Verstärker wäre vielleicht für den Zweck ausreichend, den Gemeindegesang zu unterstützen. Aber auch hier gilt: Zur größeren Ehre Gottes und zur Auferbauung der Gläubigen soll ein würdiges Instrument von hoher Qualität angeschafft werden, das auch nach vielen Jahrzehnten zur Freude der Gemeinde erklingen kann.